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Partnerschaft zwischen Biebrich und Glarus weiter gefestigt und nun doppelt in Stein gemeißelt

Deutscher Botschafter in der Schweiz und Liechtenstein lobt Partnerschaft zwischen Biebrich und Glarus

Die Partnerschaft zwischen dem Hauptort des gleichnamigen Schweizer Kantons Glarus und Wiesbadens einwohnerstärkstem Stadtteil Biebrich ist nun gleich doppelt „in Stein gemeißelt“. Nachdem auf Bestreben des Partnerschaftsvereins Wiesbaden-Biebrich – Glarus bereits im Januar 2015 auf dem Biebricher Rathenauplatz eine Steinstele mit den Wappen beider Gemeinden errichtet wurde, folgte Ende Juni 2016 die Einweihung des Zwillings-Exemplars an besonders prominenter Stelle im Volksgarten von Glarus, direkt gegenüber vom Bahnhof. Der zur Einweihung in Biebrich vor einem guten Jahr angereiste Gemeinderat aus Glarus, angeführt von Gemeindepräsident Christian Marti, war damals von der Biebricher Stele so begeistert, dass er der Künstlerin Fanny Keller aus dem baden-württembergischen Gernsbach einen Folgeauftrag für die Steinmetzarbeit erteilte.

Die Einweihung der Glarner Partnerschaftsstele am 25. Juni 2016 hatte der Partnerschaftsverein aus Biebrich zum Anlass genommen, wieder eine große Bürgerreise in die Partnergemeinde auszurichten. Insgesamt 45 Biebricher und Wiesbadener waren für vier Tage in den von hohen Bergen und langen Tälern dominierten Kanton zwischen Zürich und Chur gereist. Angeführt wurde die Bürgerreise vom Biebricher Ortsvorsteher Kuno Hahn sowie dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Frank Hennig. Eigens für die Feierlichkeiten zur Steleneinweihung war am Samstag sogar Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich nach Glarus gereist – nicht zuletzt, weil in Wiesbaden gerade das „Jahr der Städtepartnerschaften“ begangenen wird. Aber auch für Gerich war es mehr, wie nur ein reiner Amtstermin, denn schon lange vor seiner politischen Laufbahn hat er oft die Biebricher Partnergemeinde besucht und dort viele Freundschaften geschlossen. Auch Wiesbadens früherer Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nickel nahm an der Bürgerreise teil. Nachdem bereits die Partnerschaftsstele in Biebrich unter diplomatischer Beteiligung des Schweizer Generalkonsuls aus Frankfurt/Main, Markus Meli, stattgefunden hatte, wurde das Niveau in Glarus noch weiter erhöht: Zur Einweihung der Partnerschaftsstele Biebrich/Glarus war aus Bern eigens der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland für die Schweiz und Liechtenstein, Dr. Otto Lampe, angereist.


Unmittelbar nach Enthüllung der Stele würdigten Gemeindepräsident Marti, Oberbürgermeister Gerich, Ortsvorsteher Hahn und Partnerschaftsvereinsvorsitzender Hennig die zahlreichen Aktivitäten und Initiativen, die es sowohl in Glarus wie auch in Biebrich in den vergangenen fünf Jahrzehnten gegeben hat. Die Partnerschaft geht auf eine Verbindung des Männerchores Glarus und des Kalle’schen Gesangvereins aus Biebrich in den 1960er-Jahren zurück. Es seien viele Freundschaften zwischen Vereinen und Menschen beider Orte sowie zahlreiche private, gesellschaftliche und kirchliche Kontakte entstanden. „Dies – und nicht nur die Kontakte zwischen den Rathäusern – macht den wahren Wert unserer Partnerschaft aus“, erklärte Marti. „Städtepartnerschaften sind auch heute ein unverzichtbares Instrument der Zusammenarbeit in Europa und der Welt“, betonte Gerich, der sich besonders über den seit Jahren mit gegenseitigen Besuchen praktizierten Kinderaustausch freute. „Beide Stelen – die in Biebrich und die in Glarus – sollen uns daran erinnern, dass es keinen Ersatz für den direkten menschlichen Kontakt gibt, für die Pflege von Freunden und Bekannten, das Miteinander und die Gemeinsamkeit sowie die menschliche Kommunikation“, so Hahn. Und Hennig war einfach nur stolz: „Stolz auf die vielen privaten Freundschaften, die bereits zwischen Glarnern und Biebrichern entstanden sind. Und auch darüber, dass es gerade in den letzten Jahren verstärkt gelungen ist, die Partnerschaft durch neue Initiativen auf eine noch breitere, bürgerschaftliche Basis zu stellen.“


Bei einem großen gemeinsamen Abendessen, zu dem die Gemeinde Glarus alle Besucher aus Biebrich und Wiesbaden, sowie zahlreiche Wegbegleiter der Partnerschaft auf Glarner Seite eingeladen hatte, ergriff auch Botschafter Dr. Lampe das Wort. Dabei zeigte er sich über die Partnerschaft sehr gut informiert und äußerte sich beeindruckt zu den vielfältigen und intensiven Begegnungen, die es zwischen den beiden Gemeinden gibt. Nur wenige andere Städtepartnerschaften seien ihm bekannt, die dermaßen aktiv und vor allem vorrangig von den Bürgern untereinander gepflegt werden.


Musikalisch umrahmt wurden die Feierlichkeiten an diesem Tag vom Gospelchor „Glarner Inspirational Singers“ sowie dem Männerchor Glarus und – zu später Stunde, nach dem Menü im Schützenhaus – von einer Playbackgruppe.


Unter dem Eindruck des einen Tag zuvor erfolgten Votums Großbritanniens zum Austritt aus der Europäischen Union wurde mehrfach bei den Feierlichkeiten in Glarus betont: „Europa mag bröckeln, aber die Partnerschaft zwischen Biebrich und Glarus wurde an diesem Tag weiter gefestigt.“

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Text: Frank Hennig      Fotos: Madeleine Kuhn-Baer und Hans Bühler